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Internet Explorer 8: Zero Day Exploit für alle

 

Im Metasploit-Framework, das Anwender zum Testen der eigenen Sicherheit nutzen, ist ein Exploit integriert worden, der den Internet Explorer 8 überprüft. Somit dürften bald neben militärischen Zielen auch private Anwender angegriffen werden – allerdings sind nur wenige gefährdet.

Die Zero-Day-Lücke im Internet Explorer 8 und dazugehörige Exploits verbreiten sich. Das Metasploit-Team hat einen entsprechenden Exploit nun in sein Open-Source-Framework integriert, mit dem Anwender ihre Systeme auf Sicherheitslücken mit Hilfe von Penetrationstests überprüfen können.

Es ist damit davon auszugehen, dass der Exploit von Kriminellen in ihren Werkzeugen verwendet wird, um weitere Schadsoftware zu verbreiten, Umleitungen zu generieren, die Werbeeinnahmen erzeugen oder Rechner unter ihre Kontrolle zu bringen. Bisher wurde der Exploit für gezielte Angriffe eingesetzt.

Das Metasploit-Team rät allen Anwendern, auf den Internet Explorer 8 zu verzichten. Es reicht auch nicht als alleiniges Abwehrmittel, die Sicherheitszone auf hoch zu setzen. Der Metasploit-Exploit funktioniert laut den Entwicklern von Rapid7 trotzdem. Standardnutzer sind weniger gefährdet, da der Angriff nur die Rechte des jeweiligen Nutzers verwendet. Der Angreifer müsste also einen weiteren Exploit in Kombination verwenden, um sich höhere Rechte zu erschleichen, was die Angriffe komplizierter macht. Microsoft empfiehlt die Nutzung des Enhanced Mitigation Experience Toolkits, um verschiedene Abwehrmechanismen zu aktivieren.

Der Exploit betrifft ausschließlich den Internet Explorer 8. Entsprechend sind nur wenige Anwender betroffen, da Windows-Vista- und Windows-7-Nutzer in der Regel den Internet Explorer 9 oder 10 installiert haben.

Windows XP als Primärziel

Der Internet Explorer 8 ist in sofern interessant, als er der letzte Microsoft-Browser für Windows XP ist. Windows XP sollte längst eingestellt sein, erhält aber doch noch bis zum 8. April 2014 Support. Microsoft versucht, Anwender von der Nutzung des Betriebssystems abzubringen, doch Windows XP ist für viele Unternehmen aus Kompatibilitätsgründen bis heute unverzichtbar.

Nach dem endgültigen Ende des Supportzeitraums ist theoretisch davon auszugehen, dass Microsoft auch bei so einem Zero-Day-Exploit keine Patches mehr liefert. Manchmal fühlen sich die Firmen allerdings trotzdem noch zum Patchen genötigt. Das mit vielen Sicherheitslücken besetzte Java 6 wurde beispielsweise entgegen der Ankündigung auch nach dem Ende des Supports im Februar 2013 weiter gepatcht. Java 6 Update 45 erschien Mitte April.

 

Zuerst veröffentlicht auf:

http://www.golem.de

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