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Leistungsschutzrecht und die Google News-Suche

Die Verlage in Deutschland haben es derzeit nicht einfach. Ihre Print-Auflage sinkt mehr und mehr, große überregionale Zeitungen wie die Frankfurter Rundschau und die Financial Times Deutschland müssen höchstwahrscheinlich schließen. Dazu kommt, dass die klassischen Printmedien bis heute nicht wirklich im Internet angekommen sind. Jetzt legen sich die Verlage mit Google an. Sie wollen per Leistungsschutzgesetz verhindern, dass Google Anrisse ihrer Artikel über die Google-News-Seite kostenlos anzeigen darf. Ein Riesen-Fehler, wie ich glaube.Alle schimpfen über Google, Datenkrake, Monopolist usw. Dabei vergessen viele Leute, dass Google höchstentwickelte Technik und Services (viel mehr als allein die Suchmaschine)  kostenlos anbietet. Gut, okay, an muss bereit sein, einen Teil der persönlichen Daten, die beim Arbeiten mit dem Computer und dem Internet einfach anfallen, preiszugeben. Ich für meinen Teil sage mir da: Who cares?

Aber jetzt treiben es die Verlage auf die Spitze. Auf Der News-Seite von Google werden – ständig aktualisiert – Artikel und Beiträge der grossen Pressehäuser zusammengefasst. Man kann den Titel und die ersten 2-3 Sätze lesen, will man mehr lesen, muss man auf den Link klicken, der einen auf die Homepage der jeweiligen Zeitung führt. Dadurch generiert Google News über die Hälfte der Besucher auf die Zeitungs-Homepage. Ich verstehe die Zeitungsverlage nicht, man wirft Google vor, mit fremden Inhalten Geld zu verdienen. Allein, es werden keine Inhalte gezeigt, sowas hier kann man kaum als Inhalt bezeichnen:

“Hannover (dpa) – Die CDU setzt ganz auf Angela Merkel: Die Kanzlerin zieht mit einem Rekordergebnis als Vorsitzende ins Wahljahr 2013. Dem schwächelnden Koalitionspartner FDP versicherte Merkel am Dienstag beim Parteitag in Hannover, sie werde …”

Es muss die Panik sein, die die Verlage treibt. Anders ist es nicht zu erklären. In Belgien hatten die Zeitungsverlage auch Geld von Google gefordert, Google hat so reagiert: Wir zahlen kein Geld und nehmen Euch aus den News raus. Da Ihr offenbar nicht wollt, dass Eure Inhalte über Google gefunden werden, werden wir Euch auch aus dem Suchindex nehmen. Das ist natürlich für fast jedes Unternehmen der Super-GAU. Und genau deshalb sind die Verlage nach einer Woche, nachdem sie gemerkt haben, dass Ihnen 50-60% Traffic verloren gingen, eingeknickt und haben alles rückgängig gemacht. Natürlich lassen die großen Verlage auch eine kontinuierliche Suchmaschinenoptimierung durchführen, und das jeweils von großen und teuren SEO-Agentur. Nicht nur der verlorene Traffic, sicher auch die Investitionskosten haben zu einem Einlenken geführt. Schätze, die deutschen Verlage werden die Forderung nach dem Gesetz noch bitter bereuen.

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